Der Duft von Freiheit
Die Evolution unserer Reiseleidenschaft: Warum wahre Freiheit dort beginnt, wo die Schiebetür aufgeht.
⏱ 3 Min. Lesezeit | 👤︎ Autor: Roland Fankhauser

Es gibt Gerüche, die man nie vergisst. Die salzige Gischt, die einem am Strand von Vancouver Island um die Nase weht. Der herbe Duft von Kiefernnadeln in den schwedischen Wäldern. Oder der rauchige Geruch eines Lagerfeuers, dessen Knistern die einzige Musik in der Stille einer norwegischen Nacht ist.
Wenn ich die Augen schließe, bin ich sofort wieder dort. Nicht in einem klimatisierten Hotelzimmer, sondern draußen, wo der Wind die Haare zerzaust und der Horizont das einzige Limit ist.
Die Evolution unserer Wege:
Vom Rucksack zum Camper
Unsere Reiseleidenschaft war nie „von der Stange“. Angefangen hat alles ganz pur: Mit dem Rucksack auf dem Rücken, durch Hostels, die ihren ganz eigenen, oft berührenden Charme hatten. Diese Orte, an denen man Menschen begegnet, deren Geschichten man ein Leben lang im Herzen trägt.
Wir waren nie die Pauschalreisenden. Wir sind die, die Wochen vorher über Landkarten brüten. Ich sehe meine Frau noch vor mir, wie sie tagelang Reiseführer studiert hat. Früher saß sie mit der ausgebreiteten Karte auf dem Schoß am Beifahrersitz – ohne Navi, nur mit dem Kompass im Kopf und der Neugier im Bauch. Jede Straße haben wir selbst recherchiert, jeden Abzweig bewusst gewählt. Dinge, die man in keinem Reisekatalog der Welt findet.
Das Heim im Gepäck
Nach den Mietautoreisen haben wir in Norwegen, Schweden und zuletzt Kanada eine neue Liebe entdeckt: Das Reisen mit dem Camper.
Es ist eine ganz eigene Magie, sein Zuhause immer dabei zu haben. An den schönsten Plätzen der Welt den Herd anzuwerfen, dort zu kochen, wo andere nur für ein Foto kurz anhalten, und beim ersten Licht des Sonnenaufgangs die Schiebetür aufzumachen. Wenn die Vögel in der Dämmerung ihre Bahnen ziehen und man den ersten Kaffee in der kühlen Morgenluft trinkt – das ist für mich der wahre Luxus.
Begegnungen, die bleiben
Reisen bedeutet für uns, von anderen Kulturen zu lernen. Zu sehen, wie Menschen an den entlegensten Orten ihr Leben gestalten. Es sind diese Begegnungen auf Augenhöhe, die uns Demut lehren und uns zeigen, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein.
Warum wir das tun
Während ich diese Zeilen schreibe, fluten unzählige Bilder meinen Kopf. Sie sind unsagbar wertvoll – ein Schatz, den uns niemand nehmen kann. Aber das Kostbarste daran ist, all das mit Lieblingsmenschen teilen zu können, welche diese Leidenschaft genauso tief im Herzen tragen wie ich.
Wir sind vielleicht nicht perfekt in dem, was wir tun, aber wir tun es mit ganzer Seele. Wir lernen mit jeder Meile dazu, werden achtsamer und bewusster.
Wohin uns die nächste Straße führt? Ich weiß es noch nicht genau. Aber ich weiß, dass wir bereit sind.
„Manchmal fotografiere ich die Dinge nicht. Wenn mir ein Moment gefällt, also mir persönlich, dann will ich nicht, dass mich die Kamera ablenkt.
Dann will ich einfach nur darin verweilen.“
— Sean O’Connell (aus dem Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“)




